• November

    16

    2021
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Klaus Wulfmeyer feiert Eisernes Meisterjubiläum

Klaus Wulfmeyer feiert Eisernes Meisterjubiläum

Ein seltenes Jubiläöum im Familienkreis: Klaus Wulfmeyer (87) feiert Eisernes Meisterjubiläum. Der Tischler erhält seine Urkunde für 65 Jahre von Sohn und Kreishandwerksmeister Frank Wulfmeyer überreicht.

Bielefeld. Jeden Morgen, wenn Klaus Wulfmeyer aus dem Haus geht, hält er etwas in den Händen, das er vor mehr als 65 Jahren selbst geschaffen hat. Die Haustür aus massiver Eiche war einst sein Meisterstück, mit dem der Tischler sich den Weg in die Selbständigkeit eröffnete. Das Haus, in welches er damals auch die neue Eingangstür einbaute, war schon sein Geburtshaus. Und direkt nebenan steht bis heute die Tischlerei, dessen Gründung bereits im 19. Jahrhundert erfolgte. „1884 hat mein Großvater den Betrieb eröffnet“, erzählt Klaus Wulfmeyer. An der Werkbank standen danach auch sein Vater und schließlich er selbst. 1948 begann er seine Ausbildung im Familienbetrieb. Im Alter von 20 Jahren ging es 1954 dann schon zur Meisterschule, wo er knapp zwei Jahre später mit Erfolg seine Meisterprüfung absolvierte. Die Tischlerei in Dornberg konnte er schließlich 1967 übernehmen. „Damals haben wir vor allem Fensterrahmen und Türen gebaut, aber auch alte Stühle haben wir für unsere Kunden gerne repariert“, erinnert sich Wulfmeyer. Der Familientradition zu folgen und sich für den Beruf des Tischlers zu entscheiden, sei ihm nie schwer gefallen – im Gegenteil: Die Arbeit habe ihm immer viel Freude bereitet. Auch in der Tischler-Innung Bielefeld engagierte sich Klaus Wulfmeyer viele jahre lang als Beisitzer des Vorstandes. Am Stammtisch mit seinen Kollegen wurden außerdem regelmäßig Anekdoten ausgetauscht und fachlicher Rat gesucht. Ein Wegbegleiter bis heute ist Dietrich Rickert. Der 96 Jahre alte Freund hat selbst vor drei Jahren den Eisernen Meisterbrief erhalten. Daran erinnert sich auch Frank Wulfmeyer noch, der Sohn des Jubilars. „Herr Rickert war damals der erste Handwerker in unserer Stadt, dem ich diese seltene Jubiläumsurkunde überreichen durfte“, sagte er. Und sein Vater sei nun tatsächlich erst der Zweite, der das Meisterjubiläum nach 65 Jahren feiern kann. „Dass der eigene Sohn ihm diesen nun überreichen kann, ist noch seltener“, sagt Wulfmeyer und schmunzelt. Er ist aktuell nicht nur Obermeister der Tischler-Innung, sondern auch Bielefelds amtierender Kreishandwerksmeister. Außerdem führt er seit 1996 den Familienbetrieb mit Erfolg fort. So von Dauer wie die eigene Haustür von Klaus Wulfmeyer sind indes auch schon die seines Großvaters gewesen. „Zwei große Exemplare hat er Ende des 19. Jahrhunderts für die Firma Opitz an der August-Bebel-Straße gebaut“, erzählt er. Die seien bis heute im Einsatz im Gebäude, das mittlerweile das Bielefelder Filmhaus beheimatet.