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Zukunftspreis Handwerk 2021

Zukunftspreis Handwerk 2021

Handwerk stellt in der Jahrhundertkrise Zukunftsfähigkeit unter Beweis

Auf dem Bild: von links Handwerkskammerpräsident Peter Eul , Ehepaar Peters (Glasmalerei Peters)
und Minister Karl-Josef Laumann


Die Stiftung Zukunft Handwerk Ostwestfalen-Lippe hat fünf Unternehmen aus der Region mit dem Zukunftspreis ausgezeichnet.
Die Preise für erfolgreiche Unternehmens- und Nachwuchssicherung haben Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit
und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, und Peter Eul, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Zukunft Handwerk OWL
und Präsident der Handwerkskammer OWL, in der Skylobby im Theater der Stadt Gütersloh übergeben. Die Festveranstaltung stand
unter dem Motto „Handwerk trotzt Corona“. Preisträger sind die Glasmalerei Peters GmbH aus Paderborn (Unternehmenssicherung),
die Bäckerei Güttge aus Lemgo (Unternehmenssicherung), die Fanenbruck GmbH & Co. KG aus Bad Salzuflen
(Nachwuchssicherung) sowie die Kögel Bau GmbH & Co. KG aus Bad Oeynhausen (Nachwuchssicherung).
Einen Sonderpreis für „Nachwuchssicherung“ erhielt die Henrich Schröder GmbH in Gütersloh. Mit den diesjährigen Preiskategorien
Nachwuchssicherung und Unternehmenssicherung zeigt die Stiftung Zukunft Handwerk Ostwestfalen-Lippe nach den Worten von
Peter Eul, dass Handwerksbetriebe in den zurückliegenden Monaten weit mehr als eine erfolgreiche Pandemie-Bewältigung geleistet
haben.„In dieser Jahrhundertkrise haben viele Unternehmerinnen und Unternehmer wieder die große Flexibilität des Handwerks
unter Beweis gestellt“, erklärte der Handwerkspräsident. Nachwuchssicherung und Unternehmenssicherung seien ein Beitrag zur
Zukunftssicherung– für das Handwerk selbst, für die Menschen und die Region OstwestfalenLippe. „Als Leuchtturm in OWL
zeigen Sie der Jugend, welche Chancen und Potenziale in handwerklichen Berufen stecken“, sagte Eul an die Preisträger gerichtet.

„Bei allen Schwierigkeiten war und ist vor allem zu sehen, dass das Handwerk große Stabilität gezeigt hat“, lobte Minister Laumann
die Leistungen des Handwerks während der Pandemie. Weite Teile des Handwerks blickten trotz der strengeren Hygienevorschriften,
Testpflichten oder Engpässen bei Lieferketten positiv in die Zukunft. Diese Stabilität könne auch in Zukunft ein Vorteil beim Werben
um Auszubildende sein. „Ich bin mir sicher, dass vor allem die vorbildliche und zupackende Leistung der vielen kleinen
Handwerksbetriebe – wie der heutigen Preisträger – durch diese Durststrecke geholfen hat“, lobte Laumann den Wirtschaftszweig
Handwerk. „Deshalb sind wir heute hier, um mit dem „Zukunftspreis Handwerk OWL 2021“ diejenigen auszuzeichnen, die sich
besonders innovativ und erfolgreich engagieren für Nachwuchssicherung, Unternehmenssicherung und somit Zukunftssicherung für
die Menschen in OWL“, so der Minister. Die betriebliche Ausbildung sei für die Handwerksbetriebe immer noch der wichtigste Weg
zur Fachkräftegewinnung und Unternehmenssicherung. Gleichzeitig sei es für viele Tausende junge Menschen jedes Jahr der Start in
eine selbstbestimmte Zukunft. Minister Laumann richtete ein persönliches Danke an die Sieger-Betriebe.

„Die ausgezeichneten Unternehmen investieren in herausfordernden Zeiten in neue Strategien der Unternehmensführung sowie
in die Ausbildung von künftigen Fachkräften“, betonte Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer OWL und
Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zukunftspreis Handwerk OWL. Unter seiner Leitung hatte eine Fachdelegation die fünf Betriebe
imbesucht. Die Glasmalerei Peters aus Paderborn arbeitet mit den neuesten Techniken, setzt auf top ausgebildete Mitarbeiter, und
darüber hinaus wird das weltweit tätige Unternehmen nach modernen Managementmaßstäben geleitet. Das Unternehmen, das schon
über 100 Jahre besteht und inzwischen in dritter und vierter Generation geführt wird, setzt offensiv neue Zeichen sowohl in der
Herstellung als auch in der Kommunikation. Der Fachbetrieb versteht sich nicht allein als Ausführungswerkstatt, sondern fördert
und initiiert auch neue Wege der architekturgebundenen Glasgestaltung.

Durch die vielfältige Einbindung moderner Technik sowie die kreative Nutzung der sozialen Medien hat sich die Bäckerei Güttge
aus Lemgo modern aufgestellt und gleichzeitig ihren Charakter bewahrt – auch über die Corona-Pandemie hinaus.
Das cloud-basierte Kassensystem ermöglicht eine filialübergreifende Struktur; EC-Kartenzahlung, Apple-Pay und weitere
Bezahlmethoden sind in der Bäckerei Güttge Standard. Über die „Brötchen-App“ können Backwaren vorbestellt, bezahlt und
zum gewünschten Zeitpunkt abgeholt werden.

Der Fachbetrieb für Elektrotechnik Fanenbruck GmbH & Co. KG aus Bad Salzuflen entwickelt sich fortlaufend weiter, um
attraktiv für junge Menschen zu bleiben. Unternehmer Christoph Fanenbruck wirbt auf seiner Internetseite aktiv in Videoclips
für die Ausbildung zum Handwerker in seinem Unternehmen und spricht potenzielle Nachwuchskräfte direkt und locker an.
Interessierte werden eingeladen, auf „einen Kaffee vorbeizukommen“ und nach erfolgreichem Kennenlernen ein Praktikum zu
machen.

Das Bad Oeynhausener Unternehmen Kögel Bau GmbH & Co. KG setzt sich aktiv mit dem Denken der jungen Leute auseinander
und holt sie da ab, wo sie stehen. Aktive Teilnahmen am Girls´& Boys´ Day, an regionalen Berufsmessen, an
Berufsorientierungstagen im Rahmen des landesweiten Übergangssystems „Kein Abschluss ohne Anschluss“ oder an
Berufsbildungsmessen sind feste Bestandteile der Werbung für die Ausbildung. Haben die jungen Leute sich für eine Lehre in dem
Bauunternehmen entschieden, erhalten sie eine exzellente Ausbildung und profitieren von einigen internen Vorteilen.

Der Fachbetrieb für Sanitär- und Heizungstechnik Henrich Schröder GmbH aus Gütersloh hat sich kundennah und modern
aufgestellt und setzt auf neue und umweltfreundliche Techniken. Unter dem Titel „Handwerk braucht…“ hat das junge Team ein
Video kreiert. Dieses vermittelt auf sehr unterhaltsame Weise, worauf es bei der Berufswahl für den Anlagenmechaniker für Sanitär-,
Heizungs- und Klimatechnik ankommt.

Auf der Festveranstaltung wurden auch die Preisträger aus dem letzten Jahr geehrt, da 2020 die Feier Corona-bedingt ausfallen
musste. Die Zukunftspreisträger 2020 sind: Jenz GmbH Maschinen- und Fahrzeugbau (Petershagen), Finke Formenbau GmbH
(Altenbeken) und Bauunternehmen Josef Hauphoff GmbH (Verl). Der Zukunftspreis Handwerk OWL wird seit zehn Jahren als
Gemeinschaftsaktion der regionalen Handwerksfamilie, den Kreishandwerkerschaften in OWL und der Handwerkskammer,
von der Stiftung Zukunft Handwerk OWL zu wechselnden Themen jährlich verliehen.