• Mai

    14

    2021
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Rohstoffknappheit weitet sich dramatisch aus

Rohstoffknappheit weitet sich dramatisch aus

Bielefeld. Zurzeit stellen die Betriebe des Dachdecker-, Tischler- und Zimmererhandwerks fest, dass große Mengen deutschen Holzes vor allem in die USA und China exportiert werden. Für die betroffenen Betriebe, die auf diesen Wertstoff angewiesen sind, bedeutet das, dass die Auftragsbücher relativ voll sind, aber die Lager so gut wie leer – bei den Großhändlern und den Betrieben.

Viele Kunden müssen zurzeit mit teils wochenlangen Verzögerungen am Bau rechnen, Fertigstellungen verzögern sich, manchen Betrieben droht Kurzarbeit aufgrund fehlenden Materials.

Dieser Engpass führt zu einer regelrechten Preisrallye. Die gestiegenen Beschaffungskosten für Holz und Holzwerkstoffe können meist nicht 1:1 an den Bauherren weitergegeben werden, so dass ein erheblicher finanzieller Druck auf den Unternehmen lastet. Dies gilt erst recht bei öffentlichen Ausschreibungen, wo in aller Regel keine Preisgleitklauseln vereinbart werden können und die Zeitspanne zwischen Angebotsabgabe / Bindefrist bis zur Fertigstellung Monate umspannt.

Aber nicht nur die Preise für Holz und Dämmstoffe explodieren seit dem Frühjahr. Auch andere Baumaterialien werden wegen gestiegener Rohstoffpreise immer teurer. Davon betroffen sind unter anderem Baustahl, Farben, Metalle, Rohre, Schrauben und Dachpappe sowie fast alle Kunststoffe und Isolierstoffe für Kabel. 

Zu der Preissteigerung kommen lange Lieferzeiten. Bau- und Ausbaubetriebe können Aufträge und Projekte nicht mehr wie geplant abarbeiten.

Die vor allem in Asien und mittlerweile auch den USA angesprungene Konjunktur sorgt für eine breit verstärkte Nachfrage nach Rohstoffen.

Die komplexe Mischung aus Nachfrage, Kapazitätsproblemen und knappen Transportressourcen führt zu einer sich steigernden Verunsicherung im Markt. 

„Unser globales Denken, darf uns nicht den Blick auf die Stolpersteine vor den eigenen Füssen versperren“, so Kreishandwerksmeister Frank Wulfmeyer.

Auch wenn die Politik kurzfristig nur wenige Mittel hat, hier regulierend in den Markt einzugreifen, muss sie es sich gleichwohl zur Aufgabe machen, einerseits einen „Ausverkauf“ eigener Rohstoffe, insbesondere des heimischen Holzes zu verhindern und andererseits auf eine schnelle Ausweitung der eigenen Stahl- und Kunststoffproduktion sowie die Stärkung des Rohstoffrecycling hinzuwirken.