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    2021
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Fleischerei Niehage feiert 100-jähriges Bestehen

Fleischerei Niehage feiert 100-jähriges Bestehen

Bielefeld. Thomas Kohring und seine Familie haben jetzt einen ganz besonderen Meilenstein feiern können. Ihre Fleischerei besteht nun seit 100 Jahren. „Wer sich in diesem Handwerk so lange am Markt hält, der macht etwas richtig“, attestiert ihnen auch Handwerkskammer-Präsident Peter Eul, der gemeinsam mit Melanie Busch von der Kreishandwerkerschaft Bielefeld zum Jubiläum gratulierte.

An den Wänden des Fachgeschäfts der Straße Am Bollwerk in Ubbedissen reiht sich eine Auszeichnung an die andere. Zahlreiche Wurstwaren der Fleischerei nach eigener Rezeptur sind schon mindestens einmal in Wettbewerben als Sieger hervorgegangen, andere auf zweiten und dritten Plätzen. „Zu unseren beliebtesten Produkten gehört unsere Bratwurst, aber auch unser Wurstebrei wird gern gekauft“, sagt Thomas Kohring bescheiden. Tatsächlich wird die auch Stippgrütze genannte, regionale Spezialität auf einer Fanseite im Internet als Beste geführt. „Auch ich bin ein großer Freund von Wurstebrei“, sagt Peter Eul.

Zwölf Mitarbeiter hat die Fleischerei Niehage heute. Im Kern steht die Familie Kohring. Thomas Kohring (59) führt den Betrieb in vierter Generation. Auch seine Eltern Rosemarie und Fritz (beide 81) sind noch aktiv dabei. Alle drei sind sie Fleischermeister. „Das liegt bei uns in der Familie“, sagen sie. Rosemarie Kohring (geb. Niehage) war 1962 die erste Fleischermeisterin der Bielefelder Innung. 

Ihr Großvater Rudolf Niehage war Landwirt, bevor er 1921 die Fleischerei gründete. Dessen Sohn Erich übernahm den Betrieb 1941 und baute ihn schnell zu einer kleinen Wurstwaren-Fabrik aus. Zeitweise arbeiteten hier fast 50 Mitarbeiter. Mittlerweile geht es wieder etwas ruhiger zu im Betrieb direkt am Wohngebiet. Doch die Kunden blieben der Fleischerei Niehage treu, denn die Tradition wird hier hochgehalten. Produkte, die wirklich aus der näheren Umgebung kommen, wissen sie in der heutigen Zeit zu schätzen, ist Thomas Kohring überzeugt. „Wenn im Supermarkt ,regional‘ dran steht, kann die Wurst schließlich auch aus einer ganz schön weit entfernten Region kommen.“ 

Kohring weiß, wovon er spricht. Seit 2000 ist er es, der die Fäden in der Hand hält in der Familienfleischerei. Während die Zahl der echten Handwerksfleischereien in der Stadt abnimmt, hat er seit der Übernahme der Fleischrei Igel an der August-Bebel-Straße zudem auch eine Filiale in der Innenstadt.