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Haberkorn feiert 75-Jähriges

Haberkorn feiert 75-Jähriges

Bielefeld. Als der Zweite Weltkrieg 1945 zu Ende war, ging es für Otto Haberkorn erst richtig los. Er gründete damals im Herbst eine Spezialwerkstatt für Autoelektrik. „Damals gab es erstmal keine neuen Autos, es musste alles Vorhandene repariert werden“, erzählt Hans-Wilhelm Haberkorn, der Sohn des Gründers.
Der 76-Jährige kennt viele Geschichten aus der Anfangszeit des heute stadtbekannten Kfz-Betriebs. Er weiß auch, wie sein Vater anfangs an kaum erhältliche Ersatzteile kam. „Das waren viele Tauschgeschäfte. Da gab es dann auch schon mal gute Bielefelder Oberhemden im Austausch für die Teile, die gebraucht wurden“, sagt er.
Bereits ein Jahr nach der Gründung wurde der Betrieb ein Servicepartner von Bosch, was er bis heute ist. Mit stetig wachsendem Kundenstamm folgte zu Beginn 1960er-Jahre der Umzug in neue Räume an der Albrechtstraße. Zu dieser Zeit begann auch Hans-Wilhelm Haberkorn seine Lehre in der Werkstatt des Vaters. „Den Aufbau der neuen Räumlichkeiten habe ich von Anfang an miterlebt“, erinnert er sich.
Doch für die Ewigkeit sollte dieser Bau nicht sein. „Dort, wo unsere Werkstatt damals stand, ist heute die Ausfahrt des Ostwestfalendamms“, erklärt Haberkorn. Nach gut 30 Jahren musste der Betrieb 1992 abermals umziehen. „Dass der Ostwestfalendamm über unser Grundstück hinweg verlängert werden sollte, das haben wir damals zuerst aus der Zeitung erfahren.“
Mit Hilfe der Stadt sei dann aber ein Ausweichgrundstück gefunden worden, nicht weiter als 500 Meter entfernt an der Wilhelm-Bertelsmann-Straße 15. Hier ist der Innungsbetrieb auf etwa 3.000 Quadratmetern Fläche bis heute geblieben.
„Die ersten Jahre musste ich aber jedes Mal, wenn ich an der OWD-Ausfahrt vorbeikam, aus Gewohnheit zur Seite schauen“, sagt Haberkorn. Er hatte den Betrieb ein Jahr vor dem Umzug offiziell nach dem Tod seines Vaters übernommen. Durch den Umzug und Neubau konnte das Service-Angebot des Meisterbetriebs damals ausgebaut werden. Damit wuchs auch der Kundenstamm.
Mit Matthias Haberkorn hat 2008 schließlich die dritte Generation übernommen. Zur Freude seines Vaters konnte er sich auch für das Kfz-Handwerk begeistern. „Das ist ja leider nicht mehr selbstverständlich“, sagt der Vater. Und Matthias Haberkorn beteuert, er habe auch jeden anderen Beruf wählen dürfen, ohne dass ihm das jemand übelgenommen hätte. Doch das wollte er gar nicht. Nach der Ausbildung folgte für ihn dann nicht nur der Meisterbrief. Auch ein Maschinenbau-Studium an der Fachhochschule schloss er mit Erfolg und einem entsprechenden Ingenieursdiplom ab.
Hans-Wilhelm Haberkorn ist indes bis heute noch mit Leidenschaft dabei, wenn es um Oldtimer geht. Er unterstützt den Betrieb als technischer Berater, wenn es um die Instandsetzung und Reparatur der „alten Schätzchen“ geht. „So manches Ersatzteil kann ich noch gut besorgen“, sagt er. Gegen Oberhemden wird mittlerweile aber nicht mehr getauscht, sagt er mit einem Augenzwinkern.