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    26

    2020
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Prüfung mit Abstand: HBZ in Corona-Zeiten

Prüfung mit Abstand: HBZ in Corona-Zeiten

Bielefeld. Während die Schulen in der Stadt erst nach und nach wieder ihren Betrieb aufnehmen, läuft die berufliche Bildung in Bielefeld bereits auf Hochtouren. Frühzeitig hat das Handwerk nötige Regeln umgesetzt, um die Ausbildung des Nachwuchses sicherzustellen. 

Trotzdem ist vieles anders, wenn man in diesen Tagen vor Ort schaut. Im Handwerksbildungszentrum Brackwede ist von Betreten des Gebäudes bis hin zum richtigen Aufenthalt in Pausen alles penibel genau organisiert. Markierungen auf dem Boden trennen verschiedene Arbeitsbereiche voneinander ab, nur bestimmte Ein- und Durchgänge geöffnet. „Die vielen neuen Regeln sind natürlich eine ganz schöne Umgewöhnung“, sagt Jürgen Geppert, der Fachbereichsleiterfür den KFZ-Bereich. Gleich zu Beginn der Lehrgänge bekommen die Teilnehmer diese nun genau erklärt. Räumlich ist alles durchgeplant. „Jeder Auszubildende hat in den Unterrichtsräumen jetzt einen eigenen Tisch, damit der Abstand gewahrt werden kann.“

(Foto: Mike-Dennis Müller / www.mdm.photo)

Die verschiedenen Gruppen sollen sich beim Wechsel zwischen Räumen und Arbeitsstationen nicht begegnen. „An jeder Station steht Desinfektionsmittel bereit, für die Hände und für die Flächen.“„Das Atmen fällt ziemlich schwer“, sagt Nicklas Voth. Der 19-Jährige ist im dritten Lehrjahr und hadert mit der Maskenpflicht. „Ohne konnte man sich deutlich besser auf die Aufgaben konzentrieren“, sagt er. Das kommt besonders bei Übungen zum Tragen, bei denen es auch körperlich anstrengender wird.Auch in den Pausen hat sich viel verändert. Aus der HBZ-eigenen Kantine wird die Verpflegung für die verschieden Lehrgangsgruppen nur noch nach Vorbestellung und mit Termin abgeholt. Gegessen wird dann in den eigenen Räumen. „Auch einen gemeinsamen Raucherbereich gibt es draußen nicht mehr.“Türen, Türgriffe und viele Durchgangsbereiche der Bildungsstätte werden alle zwei Stunden von Gebäudereinigern desinfiziert. 

Daniela Freudenberger sieht auch Vorteile der neuen Regeln. Die 22-Jährige hat in den vergangenen Tagen ihre praktische Abschlussprüfung als Malerin und Lackiererin absolviert. „Normalerweise müssen wir uns alle eine Farbmisch-Station teilen, nun haben wir alle eine eigene“, freut sich die Augustdorferin. Dennoch fielen auch ihr die neuen Regeln im Malerbildungszentrum schwer. „Ich bin es zwar schon gewöhnt, manchmal mit Maske zu arbeiten, aber nach einer Weile geht einem doch schon die Puste aus“, sagt sie. Fachbereichsleiterin Friderike Borchers achtet vor Ort auf die penible Umsetzung der neuen Regeln. „Das alles erschwert schon vieles“, bedauert sie.