• April

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    2020
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UHV: Umfrage-Ergebnisse zu Corona-Folgen

UHV: Umfrage-Ergebnisse zu Corona-Folgen

Düsseldorf. Der Unternehmerverband Handwerk NRW hat Betriebe zu den Folgen der Corona-Maßnahmen befragt. Jetzt hat er die ersten Ergebnisse vorgestellt:

Die Branchen und Gewerke sind bereit und hoch motiviert, die Rücknahme der Einschränkungen des Geschäftsbetriebs durch den Gesetzgeber mit hohen freiwilligen Hygienestandards zum Schutz der Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner zu unterstützen. In den bisher von Schließung und Umsatzeinbußen besonders betroffenen Branchen ist diese Bereitschaft besonders ausgeprägt. Seitens der Verbände werden die Betriebe mit Handlungs- und Hygienempfehlungen und individuellen Beratungen umfassend unterstützt. 

·         Als Voraussetzung für die Ausweitung oder Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Tätigkeit in den Betrieben werden als Vorbeugemaßnahmen zum Infektionsschutz der Einsatz von Masken und Mundschutz für Kunden und Mitarbeiter, die Einführung von Schichtsystemen beim Personaleinsatz, die Terminvereinbarung mit Kunden und die Einrichtung von Desinfektionsstationen genannt.

·         Als besonders vordringlich zur Umsetzung der Hygiene- und Schutzauflagen sowie zur Vertrauensbildung gegenüber dem Kunden wird die Schutzmaterialversorgung angesehen. Ein angemessenes Schutzniveau kann von den Betrieben durch eine hinreichend verfügbare Infektionsschutzausstattung und den Aushang von Hygieneschutzmaßnahmen und Verhaltensregeln sichergestellt werden. Bei der Versorgung mit Schutzmaterial sind einzelne Branchen auf staatliche Unterstützung angewiesen, diese muss zusätzlich und darf nicht zu Lasten von Kliniken und Pflegeheimen erfolgen.

·         Eine Ausweitung bzw. Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Tätigkeit ist von Betrieben überwiegend binnen zwei Tagen zu bewältigen, als Voraussetzung dafür sind Kunden- und Mitarbeiterinformation, die Intensivierung von Werbung- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Schutzmaterialbeschaffung und die Vorbereitung von weiteren Hygienevorkehrungen erforderlich.

·         Im Falle der Vornahme von zeitlich gestuften Lockerungen durch den Gesetzgeber dürften die Einschränkungen für den Verkauf von nicht mit handwerklichen Leistungen verbundenen Waren für Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, orthopädische Schuhmacher und andere Handwerker (wie z.B. Verkaufsräume von Autohäusern) nach § 7 (2) CoronaSchV nicht  mehr  länger zu rechtfertigen sein. Diese sog. Mischbetriebe sollten umgehend die Möglichkeit zur Rückkehr zum normalen Geschäftsbetrieb erhalten. Es wird angeregt, § 7 (2) CoronaSchV zu streichen. Viele Gewerke haben sich überdies inzwischen hohe Hygienestandards freiwillig auferlegt.

·         Dienstleistungen und Handwerksleistungen, bei denen gem. § 7 (3) CoronaSchV ein Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann (insbesondere von Friseuren), sollten unter Beachtung von Schutzauflagen zum Geschäftsbetrieb zurückkehren dürfen. Es wird folgende Formulierung vorgeschlagen: „Für Dienstleistungen und Handwerksleistungen, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann, sind in den Geschäftslokalen die erforderlichen Vorkehrungen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts, zur Vermeidung von Warteschlagen und strenge Schutzmaßnahmen vor Infektionen zu treffen.“

·         Gewerke, deren wirtschaftliche Tätigkeit sich in Abhängigkeit zu anderen Branchen und/oder Berufen befindet (z.B. Zahntechniker, Gebäudereiniger), benötigen darüber hinaus weitere politische, rechtliche und wirtschaftliche Unterstützung, um eine Wiederaufnahme bzw. Ausweitung des Geschäftsbetriebs zu beschleunigen.