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    2019
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Zwischen Rennsport und Zapfanlage

Zwischen Rennsport und Zapfanlage

Bielefeld. Das Berufsbild hat sich im Laufe der Jahre stark verändert, doch Modellbauermeister Heinz Kulbrock ist bis heute mit Leidenschaft dabei. Jetzt hat der 74-Jähriges sein Goldenes Meisterjubiläum gefeiert. Kulbrock ist Obermeister der Modellbauer-Innung. Die ehrenamtliche Arbeit macht ihm Spaß. Bereits seit 1989 hat er das besondere Amt inne.

„In unserem Betrieb bin ich mittlerweile aber nur noch beratend tätig“, sagt Kulbrock. 2005 ist sein Sohn Karsten in das Unternehmen eingestiegen und leitet heute die Geschicke. „Viele Arbeitsschritte werden heute von Maschinen erledigt, die so manches Detail noch genauer ausfromen können, als das früher händisch möglich gewesen wäre“, weiß Heinz Kulbrock. Was macht ein Modellbauer überhaupt? Es geht nicht um Spielzeuge, wie man zunächst denken könnte. „Oft geht es etwa um die Produktion von Prototypen für neue Bauteile in Autos.“ Auch Nähmaschinengehäuse oder Telefonhörer gehörten in der Vergangenheit schon zu den Produkten, die Kulbrock in seiner Firma produziert hat.

„Wir sind dabei immer ein Zulieferer zwischen den verschiedenen Akteuren.“ So seien die oft geheimen, neuen Bauteile – teils geht es gar um Motorelemente für den Rennsport – meist eine Zulieferarbeit für die Zulieferer der eigentlichen Hersteller. Geboren in Bielefeld, lernte Kulbrock sein Gewerk ab 1959 bei der Firma Adler. Seinen Meisterbrief erwarb er in Dortmund. Den Familienbetrieb hatte bereits 1947 sein Vater Theodor Kulbrock gegründet. Zwei Mal wechselte der Standort des Unternehmens bedingt durch neue technische und räumliche Herausforderungen des Gewerkes. Seit 1997 ist Kulbrock mit seiner Firma in Ummeln zu Hause. Fünf Mitarbeiter und ein Auszubildender sind derzeit dort beschäftigt. „Auszubildende zu finden ist bei uns noch nicht besonders schwierig, denn es ist ein Beruf, den viele gerne machen wollen“, sagt Kulbrock. Auch er selbst habe die Entscheidung dafür nie bereut. „Die Arbeit war immer unheimlich vielfältig.“

Foto zu dritt: Heinz Kulbrock nimmt Goldenen Meisterbrief und Glückwünsche von Jürgen Sautmann (KH-Hauptgeschäftsführer, links) und Kreishandwerksmeister Frank Wulfmeyer (rechts) entgegen.