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Attraktivität einer Handwerksausbildung

Attraktivität einer Handwerksausbildung

Interview des LFI beim Deutschlandfunk zur Gewinnung von Auszubildenden.

Am 08.12.2022 wurde Dr. Andrea Greilinger vom Ludwig-Fröhler-Institut vom Deutschlandfunk für die Reihe “Campus und Karriere” zum Thema der Berufsorientierung und Gewinnung von Auszubildenden im Handwerk interviewt.

Zunächst ging es um die Frage, was Jugendlichen heute bei der Auswahl eines Ausbildungs­betriebs wichtig ist. Andrea Greilinger ging darauf ein, dass sich Jugendliche vor allem ein Umfeld wünschen, in dem sie sich wohlfühlen. Hier komme dem Thema: “Wie verstehe ich mich mit dem Chef/der Chefin und den Kolleginnen und Kollegen?” die größte Bedeutung zu. Werde dieses Kriterium im späteren Alltag im Betrieb nicht erfüllt, könnte eine Lösung des Ausbildungsvertrags die Folge sein. Konflikte mit dem Chef/der Chefin und Kolleginnen und Kollegen seien ein Hauptgrund für das vorzeitige Beenden eines Ausbildungsverhältnisses, so Greilinger. Zudem betonte sie, dass das Thema Gehalt bei den Jugendlichen stark an Bedeutung gewonnen habe. Es sei jungen Leuten mittlerweile überaus wichtig, sehr gut zu verdienen. Ein Vergleich möglicher Ausbildungsbetriebe sei vor dem Einstieg für Jugendliche nicht so leicht, nach dem Einstieg komme das Thema Entlohnung in der Berufsschule oder überbetrieblichen Lehrlings­unter­weisung aber sicherlich auf den Tisch.

In einem weiteren Schwerpunkt des Interviews ging es um mögliche Kanäle von Handwerks­betrieben, um Jugendliche für eine Ausbildung zu rekrutieren. Für Greilinger ist ein Engagement von Handwerksbetrieben im Rahmen der Berufsorientierung an Schulen bedeutend. Hier liege ein großes Potential, sich einer größeren Gruppe möglicher Azubis vorzustellen und einen positiven Eindruck zu hinterlassen, der nach Hause zu den Eltern getragen werde und über klassenübergreifenden Austausch sogar noch weitere Jugendliche indirekt erreichen könne. Praktika seien ein weiteres sehr wichtiges Instrument. Sie ermöglichen ein intensives und realistisches Kennenlernen, um zu bewerten, ob eine gemeinsame Ausbildung infrage komme. Zudem müssten Handwerksbetriebe auf Social Media aktiv sein; die Präsenz auf YouTube, Instagram & Co. als attraktive und moderne Arbeitgeber müsse in der breiten Masse intensiviert werden. Betriebe könnten hier von Handwerks-Influencern, die ihre Berufe in Szene setzen, lernen und dadurch Jugendliche genau dort erreichen, wo diese “unterwegs” sind.

Das vollständige Interview steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Ansprechpartnerin:
Dr. Andrea Greilinger
Tel.: 089-51556084
E-Mail: greilinger(at)lfi-muenchen(dot)de