Bielefelder Betriebe für Zukunftspreis nominiert

Bielefeld. Die Stiftung Zukunftspreis Handwerk Ostwestfalen-Lippe hat in diesem Jahr die Preisvergabe unter das Motto „Existenzgründung“ gestellt und will Preise in vier Kategorien vergeben. Mit der Vergabe möchte die Stiftung die große Bedeutung von Existenzgründungen für Wirt-schaft und Gesellschaft herausstellen. „Die ausgezeichneten Betriebe haben innovative und tragfähige Geschäftsideen entwickelt und diese auch erfolgreich umgesetzt“, erklärte Lena Strothmann, Präsidentin der Handwerkskammer OWL und Vorsitzende des Stiftungskuratori-ums. 

Den Preis für die beste Gründung einer Handwerkerin in Ostwestfa-len-Lippe erhält der Fachbetrieb Brillenliebe Lara Tilleke (Bielefeld). Das Unternehmen ZEP Zimmerei Eugen Penner (Bielefeld) wird als beste Handwerker-Gründung ausgezeichnet. Für eine erfolgreiche Übernahme innerhalb der Familie bekommt Jauer Natursteine GmbH & Co. KG (Bielefeld) den Preis der Fachjury. Überzeugen konnte auch die Tischlerei Holste (Rheda-Wiedenbrück) mit einer externen 

Eine Fachdelegation unter der Leitung von Lena Strothmann und Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer OWL und Vorstandsvorsitzender der Stiftung, besuchte die vier Siegerbetriebe. „Rund jeder fünfte Handwerksbetrieb steht in den nächsten Jahren vor einer Übergabe“, erklärte Prager. Daher sei eine lebendige Grün-derkultur auch im Handwerk unverzichtbar. Er forderte während der Firmenbesuche einen nachhaltigen Bürokratieabbau für Unterneh-mer. Schon Gründer oder Unternehmensnachfolger seien häufig durch die Höhe des bürokratischen Aufwands irritiert. „Kleine und mittelständische Betriebe haben nicht die Personalstärke, um alle Ver-waltungs- und Rechtsbereiche abzudecken und benötigend dringend spürbare Entlastungen“, betonte Prager. 

 Augenoptikermeisterin Lara Tilleke hat vor ihrer Unternehmensgrün-dung in der Bielefelder Altstadt sowohl Erfahrungen in anderen Fach-betrieben als auch in der Industrie gewonnen. Zielgruppe ihres jungen Unternehmens Brillenliebe sind „Kunden, die Wert auf gutes Sehen legen“. Die Augenoptikermeisterin ist eine enge Partnerschaft mit einem renommierten Brillenglashersteller eingegangen und hat sich als „Seh-Ana-lyse-Expertin“ zertifizieren lassen. Darüber hinaus verfügt Tilleke über High-Tech-Messgeräte. Die Beratung findet in einem modern gestalteten Raum mit gehobener „Wohnzimmeratmosphäre“ statt. Sofaecken erset-zen die sonst üblichen Beratungstische. Inzwischen hat Lara Tilleke mit Partnern eine Filiale in Detmold eröffnet. 

Zimmerermeister Eugen Penner hat sich 2013 parallel zur Meisterschule selbstständig gemacht, zunächst in Berufen, die keinen Meistertitel verlan-gen. 2015 hat er den Meistertitel im Zimmererhandwerk erworben, im sel-ben Jahr hat sich Penner als Zimmerermeister in die Handwerksrolle eintra-gen lassen. Seit 2018 hat er zusätzlich einen Dachdeckermeister in seinem Unternehmen ZEP Zimmerei Eugen Penner eingestellt. Behindertenge-rechte Umbauten und Hochwasser- und Sturmschutz gehören zu den Spe-zialgebieten des Fachbetriebes. Carports und Terrassen sowie Fassaden- o-der Innenausbau zählen ebenfalls zum Angebot des Betriebes. Für die Dachinspektion setzt das Unternehmen eine Videodrohne ein. Der Fachbe-trieb beschäftigt inzwischen elf Mitarbeiter, davon vier Auszubildende. Die Jury überzeugte das schnelle und erfolgreiche Wachstum sowie das „frische“ Online-Marketing des Unternehmens und das Vorgehen in den sozialen Medien. 

Lars Jauer hat die Natursteine GmbH und Co. KG in Bielefeld-Quelle von seinem Vater Uwe übernommen. Der langjährige Obermeister der Bielefel-der Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung hat den Betrieb nach 50 Arbeits-jahren übergeben. Jauer sen. hat den Generationswechsel frühzeitig ins Auge gefasst. Er wollte die nachfolgende Generation nicht blockieren. Steinmetz- und Steinbildhauermeister Lars Jauer errichtete nach der Über-nahme eine neue Betriebsstätte mit angeschlossenem Showroom. Vom Aufmaß über die 3D-Planung, von der Produktion bis zur Montage, reichen seine Leistungen für den Innen- und Außenbereich einer Immobilie. Die Steinmanufaktur verfügt über eine Datenbank mit Materialien aus aller Welt. In den letzten Jahren hat sich das Unternehmen zu einem der füh-renden Verarbeiter für Naturstein und Großkeramik in Westfalen entwi-ckelt. Neben Privatkunden zählen viele Küchenstudios, Ladenbauer, Tisch-lereien, Fliesenleger und Baugeschäfte zu seinen Kunden. Ein Badezimmer von Jauer aus Natursteinen wurde erst kürzlich von der BATH ACADEMY EUROPE als Bad des Jahres 2019 ausgezeichnet. 

Der Zukunftspreis Handwerk Ostwestfalen wird jährlich vergeben. Die offi-zielle Preisvergabe an alle vier Unternehmen erfolgt in der Skylobby des 

Theaters Gütersloh am 9. April. Den Festvortrag wird Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, halten.