Konjunkturhoch gewinnt weiter an Kraft

Konjunkturhoch gewinnt weiter an Kraft

Berlin. Zum aktuellen Konjunkturbericht des Handwerks erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

Im Handwerk läuft es richtig rund: Steigende Umsätze, dicke Auftragspolster, deutlich mehr Neueinstellungen und – besonders erfreulich – mehr neue Ausbildungsverträge sowie zunehmend kräftige Investitionen prägen derzeit das Konjunkturbild. War bereits der Start ins Jahr herausragend, so hat dieser Schwung im Jahresverlauf noch einmal an Dynamik und weiter an Kraft gewonnen.

Das zeigt: Das Handwerk packt an und ergreift seine Chancen, die ihm das derzeit günstige konjunkturelle Umfeld mit niedrigen Zinsen, einer guten Auftragslage im Wohnungsbau und einer hohen Erwerbstätigkeit bietet. Das Handwerk erweist sich als maßgeblicher Stabilitätsanker und Grundstock der derzeit guten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland.

Besser als jemals zuvor bewerten die Betriebe ihre Umsatzentwicklung, weshalb wir die bereits gute Umsatzprognose vom Frühjahr von bis zu drei Prozent nochmals erhöhen. Wir gehen nun davon aus, dass die Umsätze 2017 im Gesamthandwerk bundesweit  um 3 ½ Prozent steigen werden.

Die Geschäftslage wird in allen handwerklichen Gewerbegruppen derzeit positiv eingeschätzt. Knapp zwei Drittel der Betriebsinhaber sind mit ihrer Geschäftslage sehr zufrieden, lediglich 7 Prozent sind unzufrieden. Besonders gut  laufen die Geschäfte in den Bau- und Ausbauhandwerken sowie den Handwerken für den gewerblichen Bedarf.

Der Geschäftsklimaindex legt angesichts dieser Entwicklung nicht nur gegenüber dem Vorjahresquartal zu, sondern auch gegenüber den schon hervorragenden Zahlen aus dem Frühjahr diesen Jahres. Mit 145 Punkten erreicht der Geschäftsklimaindex ein weiteres Allzeithoch.

Besonders erfreulich ist, dass sich das bereits ausgesprochen gute Investitionsklima weiter gefestigt hat. Seit der Wirtschaftskrise 2009/2010 legen die Investitionen der Handwerksbetriebe kontinuierlich zu, zurzeit jedoch nochmals verstärkt. Die Betriebe investieren zunehmend in neue Maschinen und Anlagen, um ihre Produktionskapazitäten zu erweitern. Denn schon jetzt arbeiten viele Betriebe an ihren Kapazitätsgrenzen, einige sogar oberhalb davon.

Besonders in Branchen wie Bau und Ausbau bestehen weiter hohe Auftragsbestände. 11 Wochen beträgt die Auftragsreichweite im Bauhauptgewerbe – nochmals mehr als im Frühjahr. Vor allem in den Ballungsräumen müssen Bauherrn deshalb rechtzeitig planen und Aufträge erteilen. Aber auch im Gesamthandwerk hat sich die Reichweite des Auftragsbestandes gegenüber dem Frühjahr noch einmal deutlich von 6,9 auf 7,7 Wochen erhöht.

Um mehr Aufträge abarbeiten zu können, hat fast jeder fünfte Betriebsinhaber 2017 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Bei den Beschäftigtenzahlen ist auf Jahressicht 2017 eine deutlich bessere Entwicklung als 2016 zu erwarten, als rund 25.000 neue Arbeitsplätze im Handwerk entstanden. Denn bereits bis zur Jahresmitte 2017 lag das Stellenplus bei 33.000.

Allerdings ist es für unsere Betriebe momentan schwierig, ihre Kapazitäten auszuweiten. Es sind einfach nicht genügend Fachkräfte zu finden, die sie einstellen könnten. Dieser Fachkräfteengpass verhindert letztlich, dass die Beschäftigung wie auch die Umsätze im Handwerk noch stärker wachsen als sie es derzeit schon tun.

Optimistisch blicken die Handwerksbetriebe auch in das Jahr 2018. Sie rechnen ganz überwiegend mit einer stabilen, vielfach sogar verbesserten Geschäfts- und Umsatzentwicklung, sodass die handwerklichen Umsätze 2018 um drei Prozent steigen dürften.

Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)